Diese "Medizinische Information zu Covid-19-LV" gibt falsche Hinweise zu den Risiken von Masken

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Masken seien ungesund, verkeimten schnell und hielten keine Coronaviren zurück. Mehr als 7000 User teilen seit Mitte Mai ein Informationsblatt mit diesen Aussagen auf Facebook. AFP hat alle fünf Behauptungen des Schreibens geprüft. Sie sind falsch oder irreführend.

Der älteste Beitrag mit dem Info-Schreiben, den AFP auf Facebook gefunden hat, stammt vom 16. Mai 2020. Seitdem haben mehr als 15.000 deutschsprachige User die falschen Hinweise verbreitet. Allein dieser Beitrag hat 8000 Shares, ein anderer 1500. Der größte Post verbreitet sich auf Ungarisch seit dem 1. Juni mit mehr als 18.000 Shares. Ein Foto des Papiers kursiert auch auf Instagram (etwa hier) sowie auf Twitter (etwa hier).

Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer beschreiben das Infoblatt in ihren Postings unterschiedlich. Einer prognostiziert zum Beispiel: "An der Maske werden mehr sterben als bei Corona."

Facebook-Screenshot: 04.11.2020

Das Papier selbst ist mit "Medizinische Information Covid-19-LV" überschrieben und mit dem Stempel eines "Dr. Gradnig Franz" versehen, einem angeblich "praktischen Arzt" aus dem österreichischen Fürstenfeld.

AFP hat die geteilten Posts verglichen. Dabei fällt auf, dass sich die Briefköpfe und -füße unterscheiden. So bringt der Briefkopf in einer Version des Infoblatts einen Grazer Verein mit dem Namen "Sei Mensch" mit dem Schreiben in Verbindung. In einer anderen Version wird der Verein "Studienkreis 5BN" aus Königsdorf bei Fürstenfeld genannt. In dieser Version gibt es auch einen längeren Brieffuß, der den Hintergrund des Vereins erklärt.

Facebook-Screenshots der beiden Versionen des Informationsblattes: 30.10.2020

Beide Versionen beschreiben in fünf Punkten die angeblichen medizinischen Folgen des Tragens von Masken. Demnach würden die Kohlendioxid- und Stickoxid-Werte im Blut ansteigen, der Körper nehme weniger Sauerstoff auf und die Lunge werde schlechter "belüftet". Die Masken würden außerdem nach 30-minütiger Benutzung mit Bakterien verkeimen und auch keine Viren zurückhalten. AFP hat alle fünf Behauptungen geprüft. Sie sind falsch oder irreführend. Die Behauptung, dass Bakterien auf Alltagsmasken wachsen würden, ist grundsätzlich richtig, diese Tatsache stellt aber kein Gesundheitsrisiko dar.
 

Wer verfasste das Informationspapier?

Die Überschrift des Papiers "COVID-19-LV" beinhaltet bereits eine falsche Information, die dem Schreiben offenbar einen offiziellen Charakter verleihen soll.  "LV" steht für die österreichische Abkürzung für "Lockerungsverordnung", die österreichische Regierung verwendet sie in ihren Bundesgesetzblättern. Beim Infoblatt handelt es sich aber gar nicht um eine solche Verordnung: Weder geht es darin um Lockerungen, noch gibt es weitere Hinweise auf Österreichs Regierung als Urheber. Das Blatt ist auch nicht in der Lockerungsverordnung der österreichischen Regierung zu finden, in der alle LVs der Regierung zu Corona verzeichnet sind.

Dann ist das Papier noch mit dem Namen eines angeblichen praktischen Arztes aus Fürstenfeld abgestempelt, einem "Gradnig Franz". Tatsächlich gibt es dort einen Arzt mit diesem Namen. Die Homepage der Stadtgemeinde Fürstenfeld führt ihn als als Naturheilkundler auf einer lokalen Ärzteliste. Die darin angegebenen Kontaktdaten stimmen mit dem Stempel auf dem Infoblatt überein.

Die österreichische Ärztekammer bestätigt AFP am 2. November, dass Gradnig in ihrer Ärzteliste als Allgemeinmediziner eingetragen war. Er sei jedoch seit 2015 in Pension und habe damit keine Berechtigung mehr, als Arzt zu arbeiten. Die Ärztekammer bestätigt auch, dass Gradnig ein weiterbildendes Diplom für Umweltmedizin von der Akademie der Ärzte hat.

Es sind keine medizinischen Arbeiten Gradnigs in Datenbanken für wissenschaftliche Arbeiten wie Google Scholar, PubMed, Gepris und der österreichischen Datenbank OBV zu finden.

Der zweite verbreitete Briefkopf nennt außerdem einen Daniel Stoica als Verfasser. In einem Telefonat mit AFP am 3. November sagt Stoica, er sei Vereinsvorsitzender des genannten Studienkreises 5BN. Er habe das Papier gemeinsam mit Gradnig zu Beginn der Corona-Pandemie um den März herum erstellt. "Ich habe es aber nicht auf Facebook hochgeladen. Es war nur für den internen Gebrauch im Verein gedacht", sagt Stoica. Dennoch habe er es dem Verein "Sei Mensch" zur Nutzung mit dessen eigenem Briefkopf freigegeben. So sei es dann zur zweiten Version gekommen.

Der Studienkreis 5BN bezeichnet sich selbst als Gesundheitsverein, der die "Neue Germanische Medizin" fördert. Laut dieser Lehre gibt es keine Erkrankungen, sondern nur innere Konflikte. Ihre Methoden stehen medizinisch, ihr Erfinder Ryke Geerd Hamer auch politisch, in der Kritik (mehr dazu hier, hier und hier). Stoica betont gegenüber AFP, dass er zwar die Lehre befürworte, aber die politische Haltung des Erfinders ablehne.

Auch Gradnig bestätigt in einem Telefonat mit AFP am selben Tag, dass er das Papier erstellt hat. Gradnig und Stoica stehen weiterhin zu Ihren Behauptungen, auch wenn diese falsch und irreführend sind.

1. Falsche Behauptung: Durch Rückatmung unter der Maske steigt der Kohlendioxid- und Stickoxid-Gehalt im Blut

Im ersten Punkt behaupten die Verfasser: "Sie atmen Ihre eigene ausgeatmete Luft wieder ein! Das heißt sie haben mehr Kohlendioxid und Stickoxide in ihrem Blut!" Diese Behauptung ist falsch.

Das Einatmen von Ausatemluft, die sich zwischen Maske und Gesicht sammelt, wird als Rückatmung bezeichnet. AFP hat bereits hier Mitte Oktober die Behauptung widerlegt, dass Rückatmung zu einem CO2-Anstieg im Blut führe.

AFP hat dazu Prof. Dr. med. Philipp Lepper befragt, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Oberarzt des Universitätsklinikums Saarland. Er erklärte am 6. Oktober per E-Mail:

"Da die Luftmenge hinter der Maske sehr gering ist und die Maske bei der Einatmung jeweils wieder mit frischer Luft durchmischt wird, hat dies keinen Einfluss auf die im Körper gemessenen Werte von Sauerstoff und Kohlendioxid."

Die Durchmischung sei möglich, weil die Luft durch die Maske strömen könne, erklärt Lepper. "Ein Sauerstoffmolekül hat eine Größe von etwa 260 Pikometern (pm). Die Porengröße von medizinischen Mund-Nasen-Masken ist in etwa 100.000 bis 1.000.000 Mal größer als ein Sauerstoff-Molekül", sagt er. Eine Alltagsmaske halte keine der Komponenten aus der Luft zurück – keinen Sauerstoff und auch kein CO2.

Auch Dr. med. Dominic Dellweg, Chefarzt für Pneumologie und Intensivmedizin am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft und ebenfalls Mitglied der DGP, bestätigte das AFP am 6. Oktober per E-Mail:

"Die Maske stellt einen zusätzlichen Widerstand für unsere Atmung dar, das heißt, unsere Atemmuskeln, hauptsächlich unser Zwerchfell, müssen sich mehr anstrengen, um die Luft durch die Maske zu atmen. Diese vermehrte Anstrengung wird über Rezeptoren in den Atemmuskeln dem Gehirn als Luftnot gemeldet, obwohl die Werte für Sauerstoff und Kohlendioxid im Normbereich liegen."

Auf Nachfrage von AFP am 30. Oktober 2020 erklärte Dellweg in Hinblick auf Sammelbegriff "Stickoxide", dass Stickoxide überall dort vorkämen, wo es offene Flammen gebe, am Gasherd etwa, aber auch in Verbrennungsmotoren von Autos. Auch der Körper bilde bei Entzündungsprozessen kleine Mengen NO (Stickstoffmonoxid). Mit Masken habe das nichts zutun: "Stickoxide stehen mit dem Tragen von Atemmasken in keinem Zusammenhang, weder wird deren Aufnahme hierdurch erhöht noch die Abgabe vermindert", sagt Dellweg.

Auch Prof. Dr. med. Philipp Latzin, Abteilungsleiter der pädiatrischen Pneumologie und Allergologie an der Universitäts-Kinderklinik Inselspital Bern, bestätigte AFP in einer Mail am 2. November 2020: "Stickoxide sind Stoffe, die in der Umwelt vorkommen und typischerweise eher ein- als ausgeatmet werden. Das hat nichts mit der Ausatmung oder Rückatmung zu tun."

2. Falsche Behauptung: Maskentragende nehmen weniger Sauerstoff auf als sonst

Die zweite Behauptung auf dem Informationspapier lautet: "Sie nehmen weniger Sauerstoff als sonst auf! (Sauerstoff ist für alle Lebensfunktionen des Körpers wichtig)." Auch diese Aussage hat sich bei einer Prüfung durch AFP bereits als falsch herausgestellt. Wie oben bereits beschrieben, hat etwa die empfundene Luftnot unter der Maske nichts mit einem Mangel an Sauerstoff zu tun. 

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt auf ihrer "Mythbusters"-Website: "Die längere Verwendung medizinischer Masken kann unangenehm sein. Sie führt jedoch weder zu einer CO2-Vergiftung noch zu einem Sauerstoffmangel."

Wenn also das Atmen als solches unter der Maske schwerer sein kann, könnten dann Menschen mit einer Lungenerkrankung weniger Sauerstoff aufnehmen? Diese Frage kann nicht für alle Krankheiten gleich beantwortet werden. Aber zumindest für Menschen mit einer dauerhaften atemwegsverengenden Lungenerkrankung (COPD) schließt ein Experte gegenüber AFP eine Gefahr aus.

Philipp Latzin antwortete auf die Frage, ob Alltagsmasken zu einer Veränderung der Sauerstoffsättigung oder des CO2-Gehalts im Blut führe: "Weder bei gesunden Personen noch bei Patienten mit schwerer COPD war dies der Fall", sagt er mit Verweis auf eine neue Studie. (Mehr Informationen zu dieser und weiteren Studien gibt es hier)

Yves Coppieters, Epidemiologe und Professor für öffentliche Gesundheit an der Freien Universität Brüssel (ULB), erklärte AFP außerdem im Juli, dass eine Maske für Menschen mit guter Gesundheit zu keinem Sauerstoffmangel führe: "Die Maske ist kein geschlossener Kreislauf, sie lässt Sauerstoff durch." Aber: "Es kann möglicherweise die Atmung einer Person mit Herz- oder Atemproblemen oder bei großen Anstrengungen beeinträchtigen."

3. Falsche Behauptung: Die Lunge wird nicht mehr so belüftet, wie sie es soll

Die dritte Behauptung ist vage formuliert. Im Informationsblatt heißt es: "Ihre Lunge wird nicht mehr so "belüftet" wie es soll! (Das fördert Lungenkrankheiten)." Pneumologe Dellweg versteht die Formulierung so: "Belüftung meint die Luft, die in die Lunge hineinkommt. Damit ist das Atemminutenvolumen gemeint. Diese Menge ändert sich durch die Maske nicht", schrieb er am 30. Oktober an AFP.

Er erklärte, eine Maske mit starken Luftwiderstand könne tatsächlich die Spitzenleistungen beim Sport verschlechtern. "Das führt aber dazu, dass der Sportler seine Belastung abbricht, und führt nicht zu einer Erhöhung der CO2-Werte außerhalb des Normbereiches", sagte Dellweg. Lungenkrankheiten würden aber nicht durch Masken gefördert.

Auch sein Berner Kollege Latzin bestätigte für den gewöhnlichen Gebrauch von Alltagsmasken: "Die Lunge wird völlig normal belüftet und es gibt bisher keine Studien, die solche in meinen Augen hanebüchenen Behauptungen unterstützen würden, dass Maskentragen zur Entstehung von Lungenerkrankungen führt."

4. Behauptung: Masken "verkeimen" nach 30 Minuten mit Bakterien

Das Informationspapier stellt auch Behauptungen zu den Masken selbst auf. Diese würden nach 30-minütigem Tragen mit Bakterien "verkeimen".

Handelsübliche Alltagsmasken seien per se nicht steril, schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf seiner Homepage. Zudem könne schon das Aufsetzen einer Maske zur "Verkeimung" führen, wenn die Hände nicht zuvor desinfiziert wurden.

Auch das Tragen einer Maske selbst kontaminiert diese. Das sagte Daniel Pahua, Professor für öffentliche Gesundheit an der Nationalen Freien Universität von Mexiko (Unam) bereits Ende Juli in einem AFP-Faktencheck :

"Unter normalen Bedingungen haben Menschen normale Bakterien im Mund und in den Nasenwegen. Wenn wir sprechen, stoßen wir Speicheltröpfchen aus. Dadurch können Pilze oder Bakterien auf die Maske kommen." Das sei allerdings ungefährlich: "Die meisten dieser Wirkstoffe produzieren keine Krankheiten, weil sie Bakterien sind, die wir im Mund haben."

Das sagte auch Didier Cataldo Ende September in einem anderen AFP-Faktencheck. Er ist Präsident des Verbands der belgischen Berufsvereinigung der Pulmonologie-Spezialisten (GBS) und erklärt:

"Sie atmen feuchte Luft aus. Nach einer Weile wird die Maske nass" und ergänzt: "Sie müssen die Maske nur wechseln und regelmäßig waschen, dann gibt es kein Problem."

Eher zu Bakterien auf einer Maske führt eine falsche Anwendung. Das Schweizer Konsumentenmagazin "K-Tipp" hat in Zusammenarbeit mit einem Labor Mitte August (Paywall) eine Stichprobe gemacht, bei der es 20 Masken von Pendlerinnen und Pendlern in Zürich auf Bakterien und Pilze untersuchte.

Im Artikel des Magazins ist in einer Tabelle aufgeführt, wie lange die Züricher ihre Masken trugen und wie viele Pilze und Bakterienkolonien sich dann darauf befanden. Die Tragezeit der Masken war dabei für deren "Verkeimung" relevant, aber nicht der einzige Faktor. K-Tipp schreibt: "Wer mit Fingern an seiner Maske herumzupft, bringt weitere Bakterien auf das Gewebe" und "Wer die Maske in die Hosentasche steckt, fördert ihre Verkeimung". So sei es etwa dazu gekommen, dass sich auf einer nur zwei Stunden getragenen Maske mehr Bakterien sammelten als auf einer Maske, die drei Wochen genutzt wurde.

Ralf Kirsch ist Teamleiter am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). Sein Team versucht die optimale Tragedauer bis zum Wechsel einer Maske herauszufinden. Er schrieb AFP im November via Email: "Die Behauptung über die Verkeimung von Masken erscheint mir in dieser Form sehr pauschal. Wie schnell verschiedene Keime gedeihen, hängt neben der unsachgemäßen Aufbewahrung auch von der Temperatur, Feuchtigkeit und von vielen anderen Faktoren ab, wie etwa dem verwendeten Fasermaterial."

5. Irreführende Behauptung: Die Maske hält keine Viren zurück

Die letzte Aussage lautet: "Die Maske kann keine Viren zurückhalten". Eine Präzisierung gibt das Infoblatt nicht. Da es sich um Informationen zum Thema Sars-CoV-2 handeln soll, hat AFP die Behauptung in Zusammenhang mit dem Coronavirus geprüft. Sie hat sich als irreführend herausgestellt, weil sie suggeriert, dass Masken nicht schützten. Zwar passt das Coronavirus tatsächlich durch deren Poren, dennoch biete die Maske Schutz.

Das Virus wird von größeren Partikeln in Aerosolen in der Luft getragen. Der saarländische Pneumologe Lepper erklärte AFP Mitte Oktober deshalb: "Handelsübliche Mund-Nasen-Masken sind in der Lage, respirable Partikel zu filtern. Die Filtrationsleistung der Masken sowie der Luftwiderstand der Masken variieren aber je nach Material."

Sein Kollege Dominic Dellweg sagte ebenfalls Mitte Oktober: "Ein reiner Größenvergleich reicht nicht aus. Jedes Partikel hat Diffusionsbewegungen, dadurch hat das Partikel keine gerade, sondern eine wellenförmige Flugbahn. Man kann sich das so vorstellen, dass jemand durch die Tür passt, wenn er geradeaus geht. Läuft er aber Schlangenlinien, dann ist die Chance, am Türrahmen hängen zu bleiben höher."

Florence Elias, Professorin für Physik an der Universität Paris und Forscherin im Labor für Materie und komplexe Systeme, erklärte außerdem in einem Faktencheck Ende Juli: "Chirurgische Masken haben eine elektrostatische Wirkung und ziehen kleinste in der Luft schwebende Partikel – Aerosole – an, die durch die Nase eingeatmet werden könnten." Es sei eben dieser Effekt, der die Menschen schütze. "Es erlaubt es, die Aerosole zu blockieren."

Alltagsmasken bieten somit durchaus einen Schutz vor dem Coronavirus – vor allem aber schützen sie andere Menschen vor dem eigenen Atem, der möglicherweise kontaminiert sein könnte. Im Mai 2020 veröffentlichte Dellweg eine Studie, die genau das belegt (Table 2).

Auch eine andere wissenschaftliche Studie von Forschern der Universität Pennsylvania und der Universität Cambridge kommt zu diesem Ergebnis. Sie weist darauf hin, dass es immer mehr Beweise dafür gebe, dass die "Verwendung von Masken die Übertragung von SARS-CoV-2 verhindert".

Ähnliche Behauptungen hat AFP hier bereits im Juli widerlegt.

Fazit

Die Behauptungen des Informationspapiers, dass durch das Tragen von Masken weniger Sauerstoff im Körper ankomme, und dass sich Kohlendioxid und Stickoxide im Blut anreichern würden, sind falsch. Masken haben auf diese Faktoren keinen Einfluss. Auch nimmt die Lunge nicht weniger Luft auf. Ihre "Belüftung" bleibt normal, und Lungenkrankheiten werden nicht wahrscheinlicher.

Irreführend ist außerdem die Aussage, dass Masken keine Viren zurückhielten. Sie schützen zwar nicht 100-prozentig, doch sie sind sehr wohl in der Lage, Viren zu filtern und einen gewissen Schutz zu bieten – insbesondere für andere Menschen.

Dass sich auf Masken beim Tragen Bakterien entwickeln, stimmt. Das liegt daran, dass auch die Atemluft und die Hände des Trägers nicht steril sind, und sie die Maske mit eigenen Bakterien kontaminieren. Gefährlich ist das bei regelmäßigem Maskenwechsel allerdings nicht.

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