
In Frankfurt am Main sind Handys weiterhin erlaubt
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- Veröffentlicht am 15. Dezember 2020 um 14:31
- 2 Minuten Lesezeit
- Von: Eva WACKENREUTHER, AFP Deutschland
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Seit Mitte Dezember teilen Hunderte User auf Facebook, Instagram und Twitter die Behauptung in verschiedenen Versionen. Allen gemein: Das Nutzen von Mobiltelefonen zwischen 8 und 20 Uhr sei nun verboten. In manchen Postings spricht angeblich die Stadt Frankfurt am Main das Verbot aus, in anderen die Stadt München. Dazu schreibt ein Nutzer beispielsweise: "In #München sind jetzt auch Handys verboten! Das hilft ganz bestimmt gegen C0R0NA. Nein das ist nicht #Nordkorea sondern #DEUTSCHLAND." Die Ersteller der am häufigsten geteilten Beiträge (hier und hier) teilen auf ihren Facebook-Profilen auch zahlreiche andere Beiträge gegen die Anti-Corona-Maßnahmen.
Die meisten Postings verwenden ein Bild, das ein Schild an der Kreuzung Münchener Straße – Moselstraße in Frankfurt am Main bei Nacht zeigt. Das Bild kursiert auch in sozialen Netzwerken auf Portugiesisch. Ein russischer Beitrag zeigt ein Bild vom selben Ort, das untertags aufgenommen wurde.

AFP hat sich die Aufnahme mit den beiden Schildern genauer angesehen. Hinweise auf eine Fotomanipulation gibt es nicht, dafür fällt auf, dass die beiden Schilder unterschiedlich aussehen. Das obere Schild ist etwas größer, nutzt einen helleren Rotton und eine andere Schriftart als das untere Schild. Außerdem zeigt das Alkoholverbots-Schild am unteren Rand das klein gedruckte Logo der Stadt Frankfurt am Main, im unteren Handy-Schild fehlt dieses Logo.

AFP hat daraufhin am 14. Dezember die Pressestelle der Stadt Frankfurt am Main kontaktiert. Ein Sprecher erkennt das geteilte Schild, es stammt nach seinen Angaben aber nicht von der Stadt selbst: "Die Stadt Frankfurt hat das Schild nicht aufgehängt", sagte er. Unbekannte hätten die Schilder vermutlich über das dritte Adventwochenende an mehreren Standorten in der Stadt verteilt. Momentan seien Mitarbeiter des Ordnungsamtes dabei, die gefälschten Schilder zu suchen und wieder zu entfernen, so der Stadtsprecher.
Auch AFP fand in sozialen Netzwerken Fotos von Schildern an anderen Standorten in Frankfurt am Main. Ein weiteres Schild hängt an der Kreuzung Baumweg – Bergerstraße, ein anderes verortet ein Nutzer im Bahnhofsviertel.
Laut Stadtsprecher ist das Alkoholverbots-Schild aber echt und hängt seit Ende Oktober in einzelnen Zonen in der Innenstadt. AFP fand das Schild auch in Artikeln über die verschärften Corona-Maßnahmen der Stadt (hier, hier oder hier). Handys sind aber nach wie vor erlaubt. „Es gab und gibt kein Verbot der Handynutzung“, sagte der Stadtsprecher.
Fazit: Das geteilte Schild mit dem angeblichen Handyverbot unterscheidet sich im Layout von anderen, echten Schildern der Stadt Frankfurt am Main. Ein Sprecher dementiert die Echtheit der Schilder. Außerdem gibt es keine Regelung, die Handys verbietet.