Dieser Krankenschwester geht es nach ihrer Corona-Impfung gut

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Mehrere hundert Facebook-Nutzerinnen und Nutzer teilen seit Ende Dezember Beiträge mit der Behauptung, dass eine US-amerikanische Krankenschwester gestorben sei, nachdem sie eine Corona-Impfung erhalten hatte. Tatsächlich ist die Schwester nach der Impfung aufgrund einer Vorerkrankung zunächst kurz ohnmächtig geworden, hat sich aber schnell wieder erholt. Ein Video zeigt sie drei Tage später auch zurück an ihrem Arbeitsplatz.

Seit dem 23. Dezember haben mehrere hundert Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer eine Aufnahme eines Tweets geteilt, wonach eine Krankenschwester gestorben sei, nachdem sie eine Impfung gegen Covid-19 erhalten hatte. "Die geimpfte Krankenschwester ist leider verstorben", steht in der Bildbeschreibung.

In einem anderen Facebook-Beitrag, den 150 Menschen teilen, steht: "Frau stirbt 10 Stunden nach der Impfung." Ein weiterer Facebook-Beitrag greift das Gerücht ebenfalls auf, mehr als 880 Menschen teilen ihn. Auch der Verschwörungsmystiker Attila Hildmann verbreitet die Behauptung in seinem 117.000 Follower starken Telegram-Kanal.

Nutzer teilen die Falschmeldung von der toten Krankenschwester auch auf Polnisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch.

Facebook-Screenshot: 28.12.2020

Am 17. Dezember 2020 hatte das CHI Memorial Krankenhaus in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee die ersten Angestellten mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer geimpft. Drei Ärzte und drei Krankenschwestern hätten nach Auskunft des Krankenhauses gegenüber AFP eine Impfdosis erhalten. Kurz nach der Impfung wurde eine der geimpften Schwestern, Tiffany Dover, schwindelig, wie auch Berichte und Videos der Situation zeigen.

"Kurz nach der Impfung während eines Medieninterviews wurde einer der Krankenschwestern schwindelig und sie sank zu Boden, wo sie behandelt wurde. Zu keinem Zeitpunkt verlor sie das Bewusstsein und erholte sich schnell", schrieb das Krankenhaus am 18. Dezember in einer Mail an AFP.

In einem kurzen Video direkt nach dem Vorfall erklärte die Schwester, dass ihre Ohnmacht nichts mit der Impfung zu tun hatte: "Ich habe eine Krankheitsgeschichte mit einer überaktiven vasovagalen Reaktion (verursacht durch eine Reflexverlangsamung der Herzfrequenz oder einen Blutdruckabfall - Anmerkung der Redaktion)", sagte sie gegenüber dem Fernsehsender WRCB. "Wenn mir irgendetwas wehtut – ein gebrochener Nagel, ein gestoßener Zeh, kann ich ohnmächtig werden."

In den letzten sechs Wochen sei sie deshalb rund sechs Mal ohnmächtig geworden. Vasovagale Ohnmacht wird etwa durch Stress, Hitze oder Kälte oder ein leichtes Trauma ausgelöst.

Nach dem Vorfall hat das CHI Memorial Krankenhaus auch in zwei Tweets bestätigt, dass es Tiffany Dover gut gehe. Am 19. Dezember schrieb das Krankenhaus: "Krankenschwester Tiffany Dover weiß die Sorge um sie zu schätzen. Sie ist zu Hause und es geht ihr gut. Sie bittet um Privatsphäre für sich und ihre Familie." Zwei Tage später schrieb das Krankenhaus zu einem Video, das Tiffany Dover mit Händen im Kittel inmitten ihrer Kollegen zeigt: "Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass es Tiffany Dover gut geht. Hier ist ein kurzes Video von ihr, umgeben von ihren Kollegen, die sie alle unterstützen."

Die Ohnmacht der Krankenschwester sowie ihr darauf folgender angeblicher Tod wurde von Faktenchecks auf der ganzen Welt aufgegriffen, etwa hier oder hier. Auch AFP hat in einem Faktencheck schon klargestellt, warum der Schwächeanfall der Krankenschwester nicht auf die Corona-Impfung zurückzuführen ist.

Fazit: Die Behauptung, dass die Krankenschwester nach einer Corona-Impfung gestorben sei, ist falsch. Nach einer kurzen Ohnmacht erklärte sie gegenüber Medien den Grund ihres Schwächeanfalls. Das Krankenhaus bestätigte danach außerdem mehrfach, dass es ihr weiterhin gut gehe und veröffentlichte ein Video, das die Krankenschwester zeigt.

Übersetzung:
IMPFUNGEN CORONAVIRUS