Nein, in den Corona-Impfstoffen ist kein Graphenoxid enthalten und Antioxidantien können dieses nicht ohne Weiteres abbauen

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Dutzende User auf Facebook und Hunderttausende auf Telegram haben ein Video gesehen, wonach sogenanntes Graphenoxid über Corona-Impfungen oder auch Masken in den Körper gelangen soll. Dieses wiederum könnten Betroffene dann durch eine Entgiftung mit Hilfe von Antioxidantien neutralisieren. Expertinnen und Experten bestätigten allerdings gegenüber AFP, dass die Impfstoffe gar kein Graphenoxid enthalten. Eine Entgiftung wäre damit gar nicht erst notwendig. Weiterhin ist zweifelhaft, ob die angegebenen Substanzen überhaupt geeignet wären, den Stoff wieder aus dem Körper zu entfernen.

Dutzende Nutzerinnen und Nutzer haben das Video und einen entsprechenden Artikel auf Facebook geteilt (hier, hier, hier). Auf TikTok sahen Tausende (hier) und auf Telegram Hunderttausende den Clip zur Graphenoxid-Entgiftung (hier, hier). Auch über WhatsApp machten User AFP auf die Behauptung aufmerksam.

Die Falschbehauptung: Im geteilten Video tritt ein gewisser Ricardo Delgado auf. Er behauptet, Graphenoxid dringe über die Corona-Impfstoffe oder auch über Masken, Teststäbchen oder Hygienebinden in den Körper ein. Dort verursache der Stoff "oxidativen Stress" und wirke toxisch. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Delgado die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel, die Antioxidantien, insbesondere sogenanntes Glutathion, enthalten. Diese seien in der Lage, das Graphenoxid abzubauen und den Körper zu entgiften. Delgado empfiehlt die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel besonders vor dem Hintergrund eines vermehrten Aufkommens der 5G-Technologie, welche angeblich die Wirkung des Graphenoxids verstärke und zu Schäden im Körper führe oder Covid-19 auslöse.

Facebook-Screenshot der Falschbehauptung: 03.11.2021

Das Video bezeichnet Ricardo Delgado am unteren Bildrand als Biostatistiker. AFP berichtete bereits mehrfach in spanischsprachigen Faktenchecks über seine Falschbehauptungen (hier, hier, hier). Unter anderem gab Delgado eine Studie in Auftrag, die die Existenz von Graphenoxid im Biontech-Impfstoff nachweisen sollte. AFP widerlegte deren Ergebnisse bereits im August (hier).

In seinem spanischsprachigen Video wendet sich Delgado an die Follower von "La Quinta Columna". Ein entsprechendes Logo ist ebenfalls im Bild zu sehen. Dabei handelt es sich nach Angaben auf der Webseite von "La Quinta Columna" um eine Bewegung für "freies Denken", welche auch Themen bearbeitete die "abseits der aktuellen Zensur" stattfinden.

Was ist Graphenoxid?

Graphen ist eine atomar dünne Schicht aus Kohlenstoff, die in einem sechseckigen Gitter angeordnet ist. Übereinander gestapelt bilden die Schichten die Grundlage für Graphit, das etwa auch in Bleistiftspitzen zu finden ist.

In Kombination mit Sauerstoff kann Graphen in sogenanntes Graphenoxid (GO) umgewandelt werden. Der Stoff könnte beispielsweise in den Bereichen der Optoelektronik oder der Energieumwandlung zum Einsatz kommen.

Professor Hong Byung-hee, Experte für Nanomaterialien an der Seoul National University, erklärte AFP am 19. Juli im Rahmen eines Faktenchecks, es werde viel an diesem Material geforscht, um es etwa bei der Medikamentenverabreichung und bei Diagnoseverfahren mittels Sensoren zu verwenden.

Gesundheitliche Bedenken in Bezug auf Graphenoxid kann Professor Hong nicht nachvollziehen. Der Stoff solle weiter auf seine Funktion als möglicher Hilfsstoff bei Vakzinen untersucht werden. Graphenoxid solle helfen, stärkere Immunantworten hervorzurufen, erklärte Hong.

Impfstoffe enthalten kein Graphenoxid

In seinem Video behauptet Delgado, das Graphenoxid gelange auf verschiedenen Wegen in den Körper. Dazu gehören angeblich Impfstoffe und Masken, sowie PCR-Tests, Hygienebinden und Inhalation. Einige Masken seien demnach sogar wegen GO-Belastung zurückgerufen aber dennoch verkauft worden.

In Hinblick auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer bestätigte Pfizer gegenüber AFP bereits mehrfach, dass kein Graphenoxid im Impfstoff enthalten sei. Pfizer-Sprecherin Dervila Keane erklärte etwa am 4. August in einer E-Mail: "Ich möchte noch einmal betonen, dass bei der Herstellung des Impfstoffs Covid-19 von Pfizer-BioNTech kein Graphenoxid verwendet wird."

Die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geführten Listen mit den Inhaltsstoffen der Vakzine bestätigen diese Aussage. AFP hat diese gesichtet. Weder in den Listen für Biontech/Pfizer, noch für Moderna taucht Graphenoxid als Bestandteil des Impfstoffs auf. Auch bei den Impfstoffen von Johnson & Johnson und AstraZeneca findet sich kein Graphenoxid.

Listen der verwendeten Inhaltsstoffe von Vakzinen wurden zudem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Dort ist erkennbar, dass keiner der zugelassenen Impfstoffe Graphen oder Graphenoxid enthält. Abrufbar sind die Inhaltsstoffe von AstraZeneca, Janssen, Moderna, Pfizer-BioNTech, sowie Sinopharm, Sinovac, CanSino und Anhui Zhifei aus China, Russlands Sputnik und Indiens Bharat Biotech.

Dr. Park Jong-bo, Forscher bei Biographene, einem Unternehmen, das Graphen-basierte Arzneimittel entwickelt, bestätigte am 20. Juli gegenüber AFP, dass "keine Impfstoffe auf dem Markt auf Graphenoxid basieren." Impfstoffe, die aktuell zum Einsatz kommen, bestünden aus Phospholipid-Schichten, Peptiden oder Nukleinsäuren, erklärte Park. Graphenoxid falle in keine dieser Kategorien.

Professor Hong Byung-hee erklärte, dass Graphenoxid zwar durchaus auf seine biomedizinische Anwendbarkeit auch bei Impfstoffen getestet werde. Diese Anwendungen seien aber nach wie vor in einer "experimentellen Phase." Bevor diese auf den Markt kämen, brauche es klinische Versuche und lange Wartezeiten.

Masken enthalten kein Graphenoxid

Auch Delgados Masken-Behauptung wurde bereits durch AFP überprüft und als irreführend bewertet. Hintergrund war der Rückruf eines bestimmten Typs von Gesichtsmasken durch die kanadischen Behörden im April 2021. Zu diesem Zeitpunkt hieß es, das in den Masken enthaltene Graphen könne ein Gesundheitsrisiko darstellen.

In der Erklärung hieß es allerdings auch: "Das Potenzial für das Einatmen von Graphenpartikeln durch Gesichtsmasken und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken sind noch nicht bekannt." Nach einer Untersuchung konnten die Behörden später keine Sicherheitsrisiken feststellen und gaben die Masken im Juli wieder zum Verkauf frei. Ende September 2021 wurden zudem weitere Masken mit Graphen-Bestandteilen zum Verkauf zugelassen.

Die Spanische Gesellschaft für Neurologie (SEN) erklärte zudem bereits im Juni 2021 gegenüber AFP, dass Masken mit Graphen als Bestandteil nachweislich sicher seien. Zu diesem Ergebnis war eine Studie der Autonomen Universität Madrid gekommen.

Grundsätzlich sind in medizinischen Masken und FFP-Masken alle Stoffe verboten, bei denen eine Gesundheitsgefährdung bekannt ist. Das legen etwa europäische Normen fest. Nur wenn medizinische Masken und FFP-Masken diese erfüllen, erhalten sie eine sogenannte CE-Kennzeichnung. Nur Masken mit CE-Zertifizierung dürfen in Deutschland verkauft werden. Die Einhaltung dieser Normen prüfen Labore, die die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten beauftragt.

PCR-Tests enthalten kein Graphenoxid

Auch die Behauptung, Graphen gelange über PCR-Tests in den Körper, widerlegte AFP bereits. Die Tupfer bestünden größtenteils aus herkömmlichen Polymeren mit Stielen aus Polypropylen, Polystyrol usw., erklärte Dr. Margot Paulino, Leiterin der Versuchsabteilung an der Chemie-Fakultät von Udelar in Uruguay gegenüber AFP. Ihr Team entwickelte ebenfalls bereits Tupfer für PCR-Tests zum Nachweis des Coronavirus.

AFP befragte zudem Jari Kinaret, Leiter der Forschungsinitiative "Graphene Flagship" der Europäischen Kommission, welche sich mit der Entwicklung von graphenbasierten Technologien auseinandersetzt. Kinaret erklärte am 19. Oktober in einer Mail, keiner der Partner von "Graphene Flagship" produziere aktuell PCR-Tests mit Graphen. Auch im Fall von Hygienebinden sei ihm dies nicht bekannt.

"Auch außerhalb unseres Konsortiums ist uns keine derartige Arbeit bekannt," fügte Kinaret an. Sollten Graphen oder Graphenoxid in solchen Produkten genutzt werden, müsse dies aus den Listen der Inhaltsstoffe hervorgehen. Die Sicherheit dieser Produkte würde dann durch die entsprechenden Behörden wie die EMA untersucht werden.

Wäre Graphenoxid toxisch?

Delgado behauptet in seinem Video, Graphenoxid wirke im Körper toxisch, da es sogenannten "oxidativen Stress" verursache. Das Graphenoxid könne allerdings mit Hilfe verschiedenster Antioxidantien, insbesondere Glutathion, abgebaut werden. Als hilfreich nennt er unter anderem auch sogenanntes N-Acetyl-Cystein in 600-750mg-Dosen, Zink oder Vitamin D3, welche als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden sollen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz erläutert dazu: "Unter oxidativem Stress wird ein Ungleichgewicht in Zellen oder im Gewebe verstanden, bei der mehr reaktive Moleküle oder Atome vorliegen als durch zelluläre Prozesse abgebaut werden können". Solche reaktiven Moleküle, wie beispielsweise reaktive Sauerstoffspezies (ROS), entstehen laut RKI, wenn beispielsweise Teile des vom Körper aufgenommen Sauerstoffs durch Fehlprozesse nicht vollständig abgebaut werden. Auch bestimmte Enzyme trügen zur Bildung von ROS bei.

Weiter schreibt das RKI: "Unter normalen physiologischen Bedingungen herrscht ein Fließgleichgewicht zwischen 'oxidativen' und 'antioxidativen' Prozessen. Eine Auslenkung dieses Gleichgewichtes zugunsten der Bildung von oxidativ wirksamen Molekülen (...) wird als 'oxidativer Stress' bezeichnet".

Dieser Stress kann laut RKI schädlich sein, denn es sei zu vermuten, dass die ROS-Bildung in der Entwicklung zahlreicher Krankheiten wie beispielsweise Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes oder auch Krebserkrankungen eine Rolle spielt.

Die sogenannten Antioxidantien sind laut RKI die "Gegenspieler" der ROS, welche an der Entstehung von oxidativem Stress beteiligt sind. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind solche Antioxidantien in der Lage, eine gesundheitsfördernde Wirkung zu entfalten, sofern diese im Rahmen einer gemüse- und obstreichen Ernährung aufgenommen werden. Einige Antioxidantien seien zwar in der Lage, gegen oxidativen Stress zu wirken. Dies treffe aber nicht generell auf alle zu.

Bei dem von Delgado genannten Stoff Glutathion handelt es sich etwa um eine Verbindung, welche in der Lage ist, die reaktiven Sauerstoffverbindungen (ROS) zu reduzieren. Aufgrund dieser antioxidativen Wirkung wird es häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Auch bei dem sogenannten N-Acetyl-Cystein (NAC) handelt es sich um einen solchen antioxidativen Wirkstoff, der auch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird.

Am 29. Oktober befragte AFP zu diesem Thema Prof. Dr. Markus Ralser, Leiter des Instituts für Biochemie an der Berliner Charité. Dieser erklärte in einer E-Mail, um Schäden durch oxidativen Stress auszulösen, "müssen Sie mit hohen Konzentrationen der Oxidantien (Anm. d. Red.: Stoffe, die eine Oxidierung befördern) in Kontakt kommen". Diese Konzentrationen seien in Impfstoffen aber nicht enthalten.

Auch Prof. Dr. Christoph Schalley vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin bestätigte das am 2. November gegenüber AFP und fügte außerdem hinzu: "Wenn irgendeine substanzielle Menge Graphenoxid im Impfstoff vorhanden wäre, dürfte die Lösung des Impfstoffs nicht mehr farblos sein".

Und weiter: "Wenn so kleine Mengen Graphenoxid darin sein sollten, dass man die Farbe nicht mehr sieht, wäre auch die Menge an Auslösern für oxidativen Stress so klein, dass kein Effekt zu erwarten ist."

Eine "Entgiftung" ergibt keinen Sinn

Zur angeblichen Möglichkeit der Entgiftung des Graphenoxid mittels Antioxidantien befragte AFP zudem Prof. Dr. Marcel Deponte aus dem Fachbereich Chemie an der TU Kaiserslautern. Dieser erklärte am 18. Oktober in einer Mail, die genannten Nahrungsergänzungsmittel könnten nicht generell als "Antioxidantien" bezeichnet werden. Wie die Stoffe mit Graphenoxid reagieren, hänge nämlich von den genauen Umständen ab.

Ohne ein entsprechendes Enzym sei der Abbau von Graphenoxid ohnehin unwahrscheinlich, erläuterte Deponte. Enzyme sind in der Regel dafür verantwortlich, biochemische Reaktionen im Körper zu steuern. In einigen Fällen sei es Enzymen des Stoffes Glutathion zwar möglich, bestimmte Verbindungen, wie Epoxide, abzubauen. Ob dies aber auch für Graphenoxid zutreffe, hält Deponte für unwahrscheinlich. Auf Nachfrage bestätigte auch Prof. Dr. Schalley diese Annahme.

Die anderen in Frage stehenden Nahrungsergänzungsmittel ergeben laut Deponte für den Abbau von Graphenoxid noch weniger Sinn. Der Forscher machte zudem darauf aufmerksam, dass jeder Mensch, der pflanzliche oder tierische Nahrungsmittel konsumiert, bereits auf natürliche Weise große Mengen des Stoffes Glutathion dem Körper zuführt. Bei einer normalen Ernährung würde Glutathion aus Nahrungsergänzungsmitteln die Konzentration in Körperzellen nicht nennenswert beeinflussen. "Je mehr Glutathion eine Zelle aufnimmt, desto weniger Glutathion synthetisiert sie außerdem selbst", führte Deponte aus.

Prof. Dr. Schalley erklärte ebenfalls, Antioxidantien wie Glutathion seien in jeder Zelle unseres Körpers enthalten und hätten die Aufgabe, die oben beschriebenen reaktiven Sauerstoffspezies zu kontrollieren und abzubauen. Zum Abbau von oxidativem Stress mittels Antioxidantien erläutert Schalley:

"In der Regel ist die Aufnahme von Stoffen im Körper gut reguliert. Das sorge vermutlich dafür, dass bei einer normalen ausgewogenen Ernährung hinreichend viele Antioxidantien zur Verfügung stehen. In Fällen, in denen zu wenig davon vorhanden ist, kann ich mir vorstellen, dass die Einnahme (von Nahrungsergänzungsmitteln) den Mangel ausgleichen kann. Das wird aber in Ländern mit einer guten Ernährungssituation wie Deutschland vermutlich eher die Ausnahme sein."

Zudem gebe es bei einigen Antioxidantien, wie etwa Vitamin D3, gesundheitliche Bedenken, erläutert Schalley. Hier gäbe es unter anderem Vitamin D3-Überdosierungserkrankungen, da dieses gut fettlöslich ist.

Die Verbraucherzentrale weist in Bezug auf den Nutzen von Antioxidantien zudem darauf hin, dass nicht bewiesen sei, ob die Stoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln vor Erkrankungen wie beispielsweise "Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthritis oder Krebserkrankungen" schützen.

"Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Studienlage zur Schutzfunktion von Antioxidantien geprüft und bei vielen Stoffen die Datenlage als nicht wissenschaftlich gesichert bezeichnet. Nur einige wenige Aussagen zum Schutz vor freien Radikalen (oxidativem Stress) sind zulässig. Dazu gehört für Zink, Selen sowie Vitamin C, E und B2 die Aussage, dass sie dazu beitragen, 'die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen'."

Risiken durch die empfohlenen Mittel

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärte am 29. Oktober auf AFP-Anfrage, Nahrungsergänzungsmittel würden "unter bestimmten Bedingungen gesundheitliche Risiken bergen". Dies sei bei erhöhten Dosierungen oder Verbraucherinnen und Verbrauchern der Fall, die Risikogruppen angehören.

Besonders für das Nahrungsergänzungsmittel N-Acetylcystein sei es nicht empfohlen, mehr als 600 mg am Tag zu sich zu nehmen. Besonders Asthmatiker, Menschen mit Histaminintoleranz oder Magen- und Darmgeschwüren seien hier empfindlich. Auch für schwangere und stillende Frauen werde der Stoff nur bei ärztlich festgestellter Notwendigkeit empfohlen. Bei einer Dosis von 750 mg wäre sogar von pharmakologischen Wirkungen auszugehen, erläutert das BfR.

Reagiert Graphenoxid auf die 5G-Technologie?

Delgado behauptet zuletzt in seinem Video, der vermehrte Einsatz der 5G-Technologie werde die angeblich schädliche Wirkung des Graphenoxids noch weiter verstärken.

Der Leiter der Forschungsinitiative "Graphene Flagship", Jari Kinaret, entgegnete auf den angeblichen Zusammenhang zwischen Graphenoxid und der 5G-Technologie, Graphenoxid sei nicht magnetisch und besitze eine schwache elektrische Leitfähigkeit. Daher sei es höchst unwahrscheinlich, dass es elektromagnetische Strahlung stört oder die magnetischen Eigenschaften anderer Materialien beeinflusst.

Auch Prof. Dr. Jani Kotakoski, Leiter einer Forschungsgruppe zu Nanomaterialien an der Universität Wien, erklärte am 27. Oktober gegenüber AFP, die 5G-Technologie sei nicht in der Lage, Graphenoxid zu beeinflussen:

"Die 5G-Strahlung gehört neben Mikrowellen und Radiowellen zu den nicht-ionisierenden Strahlungen, die keine strukturellen Veränderungen in Materialien bewirken. Der einzige Effekt, den es haben kann, ist die Erwärmung. Deswegen ist 5G nicht in der Lage, Graphenoxid oder andere Stoffe gefährlicher zu machen."

Wie der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz zu entnehmen ist, sind schon seit längerem Berichte über einen angebliche Zusammenhang zwischen der Verbreitung des Coronavirus und der 5G-Technologie im Umlauf. Dort heißt es weiter: "Aus wissenschaftlicher Sicht entbehren alle Spekulationen jeglicher Grundlage."

Auf AFP-Anfrage erklärte eine Sprecherin des Bundesamts am 20. Oktober: "In der Gesamtschau aller vorhandenen Studien und unter Berücksichtigung von deren Qualität kommt das BfS zu dem Fazit, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand bei Einhaltung der bestehenden Grenzwerte keine wissenschaftlich gesicherten Belege für gesundheitsschädigende Wirkungen durch Mobilfunk, inklusive der hauptsächlich in Ausbau befindlichen 5G-Frequenzen, gibt."

Fazit: In den Corona-Impfstoffen ist kein Graphenoxid enthalten. Eine Entgiftung des Stoffes mittels Antioxidantien ist damit gar nicht notwendig. Das angeblich besonders effektive Glutathion kommt auch bei normaler Ernährung im Körper vor. Vorsicht gilt allerdings bei der erhöhten Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln. Für den negativen Einfluss der 5G-Technologie in Kombination mit Graphenoxid auf den Körper gibt es keine Belege.

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