
Doch, die Bundesregierung äußerte sich zum Tag der Deutschen Einheit
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- Veröffentlicht am 4. Oktober 2021 um 17:43
- 3 Minuten Lesezeit
- Von: Eva WACKENREUTHER, AFP Österreich
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In sozialen Medien poste die Bundesregierung Glückwünsche zum muslimischen Fastenmonat Ramadan, nicht aber zum Tag der Deutschen Einheit, der am 3. Oktober jährlich als Nationalfeiertag an die deutsche Wiedervereinigung erinnert, behaupten User in sozialen Netzen.
Die Falschbehauptung: Deutschland sei, "wo es auf der Seite der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin beste Wünsche zum Ramadan für Muslime gibt, aber kein einziges Wort zum #TagderDeutschenEinheit", behauptete die neurechte Influencerin Anabel Schunke am 3. Oktober um 17.52 Uhr auf Twitter, zwei Minuten später auch auf Facebook. Mehr als 400 User teilen ihren Facebook-Post.
Eine Behauptung Schunkes war bereits in der Vergangenheit Thema eines Faktenchecks von AFP. Auch angeblich fehlende Ostergrüße Angela Merkels waren bereits einmal Gegenstand einer Überprüfung durch AFP.

Die deutsche Bundesregierung verlinkt auf ihrer Website auf folgende offiziellen Social-Media-Accounts: die Facebook-Seite "Bundesregierung", den Instagram-Kanal "bundeskanzlerin" von Angela Merkel sowie den Twitter-Account von Regierungssprecher Steffen Seibert.
Seibert postete auf Twitter schon um 11.35 Uhr Fotos der Kanzlerin beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Halle und schrieb: "Ich wünsche Euch und Ihnen allen einen schönen #TagderDeutschenEinheit." Um 14.52 Uhr, ebenfalls vor Schunkes Tweet, twitterte Seibert noch ein Video von der Festrede der Kanzlerin zur deutschen Einheit. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Behauptung gab es also schon zwei Tweets der Bundesregierung zum Tag der Deutschen Einheit.
Kanzlerin #Merkel in der Festrede zum #TagderDeutschenEinheit: "Vielfalt und Unterschiede sind Ausdruck gelebter Freiheit. Das gilt erst recht für unser wiedervereinigtes Land. Mit all den durch die Teilung erzwungenen so unterschiedlichen Lebenswegen der Menschen." pic.twitter.com/stL03zQHM3
— Steffen Seibert (@RegSprecher) October 3, 2021
Auch das ZDF übertrug den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit live. Nutzerinnen und Nutzer machten Schunke unter ihrem Facebook-Posting auf die Rede Merkels beim Festakt aufmerksam. Schunke entgegnete mit einem weiteren separaten Posting auf Facebook und Twitter. Ihr sei es um Postings auf Instagram und Co. gegangen: "Wer aufmerksam gelesen hat, weiß aber, dass es mir um die sozialen Medien ging."
Neben Twitter gab es kurze Zeit nach dem Posting Schunkes auch auf Instagram und Facebook Beiträge zum Feiertag. Auf Instagram veröffentlichte der Account der Bundeskanzlerin am Abend des 3. Oktobers zwei Beiträge mit Ausschnitten aus dem Festakt – einen um 19.10 Uhr, einen weiteren um 21.36 Uhr. Die genaue Uhrzeit der Instagram-Postings kann eingesehen werden, indem man über dem Datum auf "Untersuchen" klickt. Der Posting-Zeitpunkt ist dort in koordinierter Weltzeit UTC angegeben. Auf Facebook veröffentlichte die Seite der Bundesregierung um 19.08 Uhr ebenfalls einen Beitrag.
Schunke schrieb um kurz nach acht Uhr dazu auf Facebook und Twitter: "Jetzt gab es zu später Stunde doch noch einen Post bei Instagram auf Merkels Seite. Immerhin." Diese Ergänzung teilten auf Facebook allerdings nur mehr drei User. Ihre ursprüngliche Behauptung veränderte sie nicht. Nutzerinnen und Nutzer verbreiten ihr Posting weiterhin in sozialen Netzen.
Dass Angela Merkel auf ihrer Instagram-Seite zum Beginn des Fastenmonats Ramadan Wünsche an die muslimische Gemeinschaft aussprach, ist richtig. Am 12. April 2021 hieß es dort: "Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Zeit der inneren Einkehr und des Zusammenhalts!" Auch zum jüdischen Chanukka-Fest wünschte sie frohe Festtage und sendete zu Weihnachten Grüße an Menschen im Auslandseinsatz.
Fazit: Anders als behauptet, hat sich die Bundesregierung auf Facebook, Instagram und Twitter zum Tag der Deutschen Einheit geäußert. Auf Twitter hatte der Regierungssprecher schon am Vormittag zwei Tweets zum Tag der Deutschen Einheit veröffentlicht.